Auszug aus meinem Mut-Mach-Buch "Das Leben das wir BEIDE lieben"

February 21, 2018

 

"Die setzt sich mal durch!"
schrie der Oberarzt, als ich auf die Welt kam.
Ich war puterrot und habe geschrien wie am Spiess. Nur 2 Stunden hat meine Geburt gedauert und ich war ganz schnell da, berichtete mir meine Mutter. Ich bin als Sonntagskind geboren.

Schon damals war ich lange Zeit rot. In den frühen Babyfotos habe ich ein rotes Gesicht. Ich bin zwar vom Sternzeichen Krebs, aber die Farbe Rot begleitet mich wohl maßgeblich schon seit meiner Geburt. Rot ist eine von Natur aus emotionale Farbe, die von den Tiefen unseres Herzens rührt. Sie ist direkt verbunden mit unserem Herzzentrum. Rot repräsentiert die Wurzel unserer Emotionen und bestimmt, wie wir verbunden sind, und auch wie wir interagieren mit anderen. Rubinrot kann oft bei Heilern wahrgenommen werden und Menschen von hoher Empathie. Sie ist die Farbe der Heilenden Künste und Künstler.

 

Zwischen diesen beiden Fotos liegen 15 Jahre. Damals war ich blond (gefärbt in 4 Nuancen Blond) und im internationalen Showbusiness tätig. Als Musicaltänzerin, Sängerin und Schauspielerin. In den 90er Jahren war Musical noch Königsklasse und wir Darsteller wurden hervorragend vergütet. Meistens empfand ich mein Monatsgehalt allerdings als Schmerzensgeld, weil dieser harte Bühnenjob einem unglaublich viel abverlangt. Ich war rebellisch und unbequem, alles hinterfragend und überaus aufsässig. Gleichzeitig bekam ich Verträge mit großen Bühnen regelrecht hinterhergeschmissen, weil ich in allen drei Sparten Tanz, Gesang, Schauspiel hervorragend ausgebildet war und es seinerzeit wenige Deutsche gab mit solch einer Triple-Qualifikation. Es gab Zeiten, in denen ich 3 Spitzenverträge gleichzeitig angeboten bekam und jeden einzelnen gerne wahrgenommen hätte, mich dann aber für CATS entschied. Und dann gab es Zeiten, in denen ich nur Absagen bekam und die Welt nicht mehr verstand.

 

Ich wollte immer schon mein eigenes Ding machen. Und hatte irrwitzige Ideen von Bühneninstallationen und wilden Tanz-Kreationen, die sich durch mich manifestieren wollten. Ich wollte Geschichten erzählen mit meinem Tanz. Die Menschen aufrütteln. In Wallung bringen. Zeichen setzen. Emotionen befreien. Hinter die Kulissen schauen. Und zutiefst zum Nachdenken animieren. Ob es dafür Applaus gab, war mir egal. In meiner Numerologie heisst es "Rebellion auf dem Trampolin". Und so habe ich im Jahre 2003 mit 33 Jahren meine Seele aus dem Leib getanzt mit LOVE DANCES. Zu Beginn hiess es noch "Nächte im Spanischen Garten" und war als Flamenco Orientalisches Tanztheater konzipiert. Untertitel "Getanzte Dramen der Liebe". Dann ist es schnell zu "Tänze der Liebe" mutiert. Zu guter Letzt mochte ich den englischen Titel LOVE DANCES besser wegen der Wortspielerei, Liebe tanzt bzw. Tänze der Liebe. Das Stück habe ich 5x aufgeführt und auch in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin getanzt. Das war für mich unbeschreiblich. Später dazu mehr.

 

An der Premiere stürzt sich meine Mutter in den Tod. Meinen Vater habe ich schon mit 18 Jahren nicht weniger tragisch verloren und nun auch noch der Suizid meiner Mutter. Ich erfuhr erst am nächsten Morgen davon und mir war, als ob mir der Kopf abgeschlagen wurde. Danach war nichts mehr, wie es war und ich begab mich auf die Suche nach der Spiritualität des Tanzes. Für meine Mutter tanzte ich daraufhin ein Requiem. Und habe komplett improvisiert. Rotz und Wasser geheult auf der Bühne. Das ganze Publikum hat geheult. Die Musik bekam ich geschenkt von einer Freundin und es war das "Gesetz der Seligpreisungen" gesprochen von Papst Johannes Paul II, traumhaft schön musikalisch hinterlegt mit Streichmusikern. Dieses Requiem war das Stück, das alle gebrettert hat. Ich war wie in Trance und habe aus mir heraus getanzt.

 

Im Publikum saß Ina, eine befreundete Astrologin und Schamanin, die auf Einladung meiner sibirischen Eventmanagerin der Vorstellung beiwohnte und die mich danach sprechen wollte. Noch völlig aufgelöst von dem, was da gerade auf der Bühne passierte, sagte sie zu mir (mit Übersetzung, sie war des Deutschen nicht mächtig): 

 

"Jessica, weißt Du, was Du da machst?"


Ich: "Es tanzt aus mir heraus."

 

Ina: "Du tanzt mit Geistern."
Und sie lächelte dabei.

 

Das war die Geburtsstunde von PHOENIX DANCE
im Jahre 2003.

 

Auszug aus meinem autobiographischen und interaktiven Mutmachbuch

"Das Leben, das wir BEIDE lieben - Vom Suchen und Sich-Finden"

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